
Praxis positionieren als Heilpraktiker: So wirst du klar erkennbar
Eine eigene Praxis braucht mehr als einen Namen, eine Website und ein Behandlungsangebot. Potenzielle Patienten müssen innerhalb weniger Sekunden verstehen, für wen deine Praxis gedacht ist, wobei du unterstützt und warum sie gerade bei dir richtig sein könnten.
„Ich biete Unterstützung bei Ängsten, Stress, Beziehungsthemen, Selbstwertproblemen, Erschöpfung, Lebenskrisen und persönlichen Veränderungen.“
Klingt vielseitig. Genau darin liegt aber häufig das Problem: Eine solche Beschreibung könnte auf sehr viele Praxen zutreffen.
Wer deine Website zum ersten Mal besucht, sucht normalerweise nicht nach einer möglichst langen Liste therapeutischer Themen. Die Person möchte vor allem wissen: Bin ich mit meinem Problem hier richtig?
Positionierung ist keine Einschränkung deiner Arbeit
Viele Heilpraktiker für Psychotherapie haben Sorge, sich durch eine klare Positionierung zu sehr festzulegen. Sie möchten niemanden ausschließen und nennen deshalb möglichst viele Themen und Methoden.
Doch deine Positionierung muss nicht bedeuten, dass du ausschließlich mit einer einzigen Zielgruppe oder nur zu einem einzigen Thema arbeitest.
Sie entscheidet zunächst darüber, wofür deine Praxis nach außen erkennbar wird.
Menschen können schneller einschätzen, ob dein Angebot zu ihrer Situation passt. Genau diese Klarheit kann den Unterschied zwischen „Ich schaue noch weiter“ und „Hier möchte ich einen Termin vereinbaren“ ausmachen.
Warum eine klare Praxispositionierung so wichtig ist
Besonders beim Aufbau einer neuen Praxis ist die Versuchung groß, möglichst viele Leistungen auf der Website unterzubringen. Für potenzielle Patienten kann dadurch jedoch genau das Gegenteil von Klarheit entstehen.
Besucher erkennen schneller, welche Menschen du ansprichst und bei welchen Anliegen du Unterstützung anbietest.
Website, Google-Unternehmensprofil, Blogbeiträge und Anzeigen können auf dieselben Kernthemen ausgerichtet werden.
Statt „eine weitere Praxis für Psychotherapie“ zu sein, entsteht ein klares Bild davon, wofür deine Praxis steht.
Die 4 Bausteine deiner Praxispositionierung
Eine Positionierung muss nicht kompliziert sein. Für den Anfang helfen vier einfache Fragen: Für wen arbeitest du? Wobei hilfst du? Was bietest du an? Und was unterscheidet deine Praxis?
Zielgruppe
Überlege zunächst, welche Menschen du besonders gut erreichen möchtest.
Das können beispielsweise Frauen in der Lebensmitte, Männer mit hoher beruflicher Belastung, Eltern, Paare oder Menschen in bestimmten Lebenssituationen sein.
Typische Anliegen
Im nächsten Schritt geht es um die Probleme, mit denen diese Menschen tatsächlich nach Unterstützung suchen.
Denke weniger in therapeutischen Fachbegriffen und stärker in der Sprache deiner zukünftigen Patienten: erschöpft, überfordert, ständig angespannt, Beziehungskrise oder Orientierungslosigkeit.
Dein Angebot
Jetzt wird konkret, welche Unterstützung Menschen in deiner Praxis erhalten können.
Das kann Einzeltherapie, Paarberatung, Stressbewältigung, Hypnose, Verhaltenstherapie oder ein strukturiertes Programm sein.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Methoden aufzuzählen, sondern verständlich zu machen, was du für deine Patienten tust.
Deine Besonderheit
Zum Schluss geht es darum, was deine Praxis von anderen Angeboten unterscheidet.
Das muss keine spektakuläre Alleinstellung sein. Vielleicht verbindest du bestimmte Methoden, hast besondere berufliche Erfahrungen, arbeitest besonders strukturiert oder hast dich auf eine bestimmte Lebensphase spezialisiert.
Von allgemein zu klar erkennbar
Oft braucht es keine komplette Neuausrichtung. Schon eine präzisere Sprache kann deutlich machen, für wen eine Praxis besonders geeignet ist.
Die zweite Formulierung sagt wesentlich schneller, wer angesprochen wird, welches Problem im Mittelpunkt steht und welches Ziel die Unterstützung hat.
3 typische Fehler bei der Positionierung
Positionierung wird häufig unnötig kompliziert. Besonders diese drei Fehler begegnen mir beim Praxisaufbau immer wieder.
Wenn auf der Website zwanzig verschiedene Probleme, Methoden und Zielgruppen nebeneinanderstehen, bleibt häufig unklar, wofür die Praxis eigentlich steht.
EMDR, Hypnose, NLP oder Verhaltenstherapie können wichtig sein. Patienten suchen jedoch häufig zuerst nach einer Lösung für ihr Problem und nicht nach einer bestimmten Methode.
Eine Positionierung muss kein ausgefeilter Marketing-Slogan sein. Sie sollte vor allem verständlich und glaubwürdig sein.
Eine gute Positionierung beantwortet vier Fragen
Wenn ein neuer Besucher deine Website öffnet, sollte er möglichst schnell verstehen:
Finde deine Praxispositionierung
Mit dem Arbeitsblatt entwickelst du Schritt für Schritt eine klare Grundlage für die Positionierung deiner Praxis.
Du musst deine Positionierung nicht in fünf Minuten perfekt formulieren. Das Arbeitsblatt hilft dir zunächst, die wichtigsten Gedanken zu sortieren und daraus eine klare Richtung für Website und Praxismarketing zu entwickeln.
Deine Positionierung muss nicht perfekt sein. Sie muss verständlich machen, warum die richtigen Menschen bei deiner Praxis genauer hinschauen sollten.
Gerade beim Praxisstart darf sich eine Positionierung weiterentwickeln. Mit zunehmender Praxiserfahrung wirst du genauer erkennen, welche Patienten zu dir kommen, welche Themen besonders gefragt sind und mit welchen Menschen du am liebsten arbeitest.
Wichtig ist deshalb nicht, von Anfang an den perfekten Satz zu finden. Wichtig ist, eine erkennbare Richtung zu haben.
Du bist dir bei deiner Positionierung noch unsicher?
Im kostenlosen 15-minütigen Kennenlerngespräch können wir kurz schauen, wo du mit deiner Praxis gerade stehst und welche nächsten Schritte für deinen Praxisaufbau sinnvoll sein könnten.
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