Blog 5 Fehler mündliche Prüfung

5 Fehler, die du in der mündlichen Prüfung unbedingt vermeiden solltest

KENNST DU DAS?

Die mündliche Prüfung naht.

Du bist aufgeregt und betrittst den Raum … In diesem Moment spielen sich sehr viele Prozesse auf der unbewussten, zwischenmenschlichen Ebene ab, die schon entscheidend für den weiteren Gesprächsverlauf sein können.
Ich habe tausende (naja, vielleicht nicht gleich tausende, aber etliche) Prüfungen abgenommen und glaube mir, der zwischenmenschliche Aspekt wird völlig unterschätzt. Daher möchte ich dir erzählen, was der Prüfer so denkt.

 

 

Die Prüfung aus der Sicht des Prüfers…

Für den Prüfer ist es ein Arbeitstag, wie jeder andere. Du bist für ihn ein völlig unbekannter und, für das Leben des Prüfers, auch unbedeutender Mensch.

Nach diesem Tag, geht das Leben des Prüfers, unabhängig von deinem Prüfungsergebnis, genauso weiter, wie zuvor.

Bedenke, dass der Amtspsychiater, der dich prüfen wird, eventuell den Berufsstand des Heilpraktikers für Psychotherapie nicht unbedingt befürwortet, denn schließlich hat er, um diese Heilerlaubnis bekommen zu können, jahrelang studiert, eventuell approbiert.

Aber gehen wir davon aus, dass der Prüfer dir erst einmal wohl gesonnen ist.

Ein Tag also, wie jeder andere. Vielleicht ein Tag, der lange dauert, der langweilig ist, der ohne Mittagspause durchgezogen werden muss. Ein Tag, an dem sich jemand massiv beschwert, weint, wütend wird, den Amtspsychiater verbal angreift.

Ein Tag, an dem der Prüfer sehr gut und gewissenhaft vorbereitete Prüflinge trifft, aber auch welche, die von ihren Depressionen erzählen, Zusammenhänge nicht erkennen und dabei immer erst genommen werden wollen/ müssen.

Dann gibt es noch die Prüflinge, die auf eine Frage, die der Prüfer sich im Gespräch ausdenkt, immer nur mit einem Satz antworten, sodass kein Prüfungsgespräch zustande kommen kann und  der Prüfer sich eine Frage nach der nächsten ausdenken muss. Du kannst dir sicher vorstellen, dass ihm irgendwann die gut gemeinten Fragen ausgehen 😉

 

Die Prüfung aus der Sicht des Prüflings…

Es ist DER entscheidende Tag. DER Tag, auf du wochenlang, monatelang hingearbeitet hast.

Der eine Tag, der für dich entscheidet, ob du deinen Traum zur Berufung machen darfst, ob du anderen Menschen helfen darfst, ob du deinen alten Job reduzieren oder aufgeben darfst, um künftig selbstständig Geld zu verdienen. Der Tag, der über deinen weiteren Lebensverlauf entscheidet.

Du bist aufgeregt. Du bist gestresst. Du hast schlecht geschlafen und erhoffst dir einen wohlwollenden Prüfer. Du bist der Meinung, dass du eine wohlwollende Prüfung verdient hast, denn alles andere wäre fürchterlich ungerecht und gemein.

Du glaubst, dass dir Wissenslücken, unter diesem Stress, verziehen werden sollten, dass es nicht so schlimm ist, wenn du die Zusammenhänge nicht erkennst. Schließlich bist du nur aufgeregt.

Du entscheidest dich, dass du in einem bequemen Outfit zur Prüfung gehst. Dein optisches Erscheinungsbild sollte die Prüfung schließlich nicht beeinflussen und Hauptsache, es geht dir gut und du fühlst dich wohl.

 

Das Problem… Prüfer und Prüfling haben zwei völlig verschiedene und berechtigte Stimmungen, Erwartungen, Haltungen zu diesem Tag DEINER Prüfung.

 

Der Hintergrund

In jeder Sekunde unseres bewussten Lebens nehmen unsere Sinnesorgane Reize aus der Umwelt wahr und wandeln sie in elektrische Impulse um.

Diese gelangen zum Gehirn und werden, mit dort schon abgespeicherten Informationen/ Erfahrungen, abgeglichen. In diesem Moment findet auf neurobiologischer Ebene eine Bewertung des neuen Reizes statt und es wird eine Reaktion initiiert.

Führt der Reiz (zu laut, zu hell, unangenehmer Geruch) zu einer Stressreaktion, so werden entsprechende Hormone produziert, die sich auf unsere (und die des Prüfers) Stimmung, Konzentration, Aufmerksamkeit etc. auswirken. Es gilt also: STRESS vermeiden.

Versuch die Sicht des Prüfers einzunehmen und versuche, es IHM so angenehm, wie möglich zu machen. Das klingt paradox, aber ich denke, du hast erkannt, weshalb dies für dein Bestehen lebensnotwenig ist.

 

Hier die Lösung…

1. Dein Kreislauf

Aus deiner Sicht…

Iss und trink ausreichend. Der Hinweis scheint banal, aber dein Gehirn braucht Energie, um sich konzentrieren und Informationen abrufen zu können.

Iss vorher noch ein paar Nüsse, Traubenzucker oder eine Banane.

 

Aus Sicht des Prüfers…

Hast du Hunger, hast du Mundgeruch. Seit ihr 30 -45 Minuten zu dritt in einem kleinen Raum und du sprichst die ganze Zeit mit Mundgeruch, stresst das den Prüfer.

Iss vorher einen Apfel. Der ist bekannter Weise gut gegen Mundgeruch. 

2. Dein äußeres Erscheinungsbild

Aus deiner Sicht…

Zieh etwas an, in dem du dich stark, energiegeladen, sicher fühlst. In deiner Kleidung kannst du eine Rolle einnehmen, eine selbstsichere Persönlichkeit. Die Kleidung ist (d)ein Schutzwall.

Als Frau achte darauf, dass du dich gerade in einer Prüfung zu einem medizinischen Beruf befindest. Schminke dich dezent, achte auf gepflegte Fingernägel, trage dezent Parfüm auf.

Dein äußeres Erscheinungsbild sollte dich als Therapeuten/ Therapeutin zeigen. Bedenke, dass du auch später auf deine Patienten eine Außenwirkung ausstrahlst.

 

Aus Sicht des Prüfers:

Ungepflegtes, stark riechendes, übertrieben geschminktes Äußeres, lange Fingernägel “törnt völlig ab”.  Jogginghosen etc. zeugen von wenig Respekt dem Prüfer und der Situation gegenüber.

3. Deine Wortwahl

Aus deiner Sicht…

Du möchtest schnell alles sagen. Vielleicht umgangssprachlich, vielleicht ein wenig salopp. Wichtig erscheint dir, einfach nur das Richtige zu sagen. Das ist falsch.

Sprich langsam und mit Bedacht. Achte auch hier wieder ganz bewusst auf deine Außenwirkung. Achte auf die Wirkung deiner Worte.

Versuche Dialekte zu vermeiden … häufig klingen diese etwas dümmlich.

Lächle.

Sprich wie ein Therapeut/ eine Therapeutin. Verständig, zusammenhängend und dem Niveau des Prüfers angepasst.

Verwende die Fachworte und übersetze sie in einem kleinen Nebensatz. So zeigst du, dass du adressatengerecht sprechen kannst. Deine Patienten verstehen später vielleicht die Fachworte nicht und freuen sich, wenn du es ihnen erklärst. Das kannst du dem Prüfer zeigen und es wird nach den neuen Leitlinien sogar auch von dir erwartet.

Füge keine eigenen Leidensgeschichten als Beispiele mit ein. Leidest du noch, kannst du noch kein(e) gute(r) TherapeutIn sein. Dann hast du noch mit deinem eigenen Thema zu tun. Auch sollte dieses Thema nicht der Grund für deine berufliche Neuorientierung sein.

 

Aus Sicht des Prüfers:

Spricht jemand schnell, klingt es so, als wenn er alles auswendig gelernt hat, aber nicht versteht, was er da gelernt hat. Dies ist aber im Umgang mit Patienten unbedingt notwendig.

Spricht jemand ruhig und kontrolliert, strahlt das Souveränität und Kompetenz aus. Der Prüfer kann den Ausführungen gut folgen und muss sich nicht zusätzlich noch massiv anstrengen/ konzentrieren.

Das baut Wohlwollen auf. Vielleicht schaltet er auch ein wenig ab und hört kleinere Fehler gar nicht, da er dem Prüfling einen Vertrauensvorschuss gibt.

4. Dein Verhalten während der Prüfung

Aus deiner Sicht…

Du möchtest gerne so sein, wie du bist und denkst, dass dies ausreichend ist. Ist es wahrscheinlich auch, aber du kannst auch clever sein und dein Verhalten nutzen, um Wohlwollen zu stiften.

Grüße nett. Habe einen festen Händedruck. Lauf gerade. Sitz gerade.

Sei selbstbewusst, aber nicht arrogant.

Sei respektvoll, aber nicht devot.

 

Aus Sicht des Prüfers…

Freundliches, selbstsicheres Verhalten wirkt respektvoll und schmeichelt dem Prüfer. Man zeigt ihm so, dass man seine Zeit schätzt und sich entsprechend bemüht.

Unsicheres Verhalten, lässt auch vermuten, dass man sich dem Patienten gegenüber auch  unsicher verhält und das ist für den Patienten nicht gut.

5. Dein Vorgehen

Aus deiner Sicht…

Du wirst einen Fall bekommen, den du analysieren sollst, eine Verdachtsdiagnose formulieren und letztlich einen Behandlungsplan vorschlagen sollst.

Halte den Ball immer flach. Du möchtest auf keinen Fall Traumatherapie anbieten oder mit Suchtkranken arbeiten. Stressprävention und Entspannung … das klingt für den ersten Momenten nicht zu hochgestapelt.

Nimm dir einen Textmaker mit und frage, ob du dir etwas aufschreiben darfst. So hast du Gelegenheit deine Gedanken zu sortieren, zur Ruhe zu kommen, durchzuatmen und kannst anschließend zusammenhängend sprechen.

Es gilt IMMER: Lies den ganzen Fall durch und fälle erst dann eine Entscheidung. Häufig klingt der Fall schon in den ersten beiden Sätzen so, als wenn man wüsste, worum es geht, aber VORSICHT!!

Nachdem du alles markiert und aufgeschrieben hast, sprichst du langsam und zusammenhängend.

Wiege deine eine Verdachtsdiagnose mit einer anderen Verdachtsdiagnose sorgfältig gegeneinander ab und begründe deine Verdachtsdiagnose mit sog. Differenzialdiagnosen. Zum Schluss, fasse alles noch einmal zusammen und formuliere eine endgültige Verdachtsdiagnose, mit dem Hinweis, dass weitere anamnestische Sitzungen nötig sind, um endgültige Klarheit zu bekommen.

 

Aus Sicht des Prüfers…

Das Markieren vermittelt dem Prüfer wieder Respekt.

Du zeigst, dass du dich auf die Prüfung wirklich vorbereitet hast und dein Bestes geben möchtest. Sei dir sicher, mit dieser Methode hebst du dich von deinen Mitprüflingen ab und hinterlässt einen guten Eindruck.

Gegenseitiges Vergleichen von möglichen Verdachtsdiagnosen vermitteln den Eindruck des vernetzten Denkens, welches im Beruf der HPP´s unbedingt notwendig ist.

Dein zusammenhängender Vortag zeigt wieder, dass du komplexe Zusammenhänge adressatengerecht darstellen und präsentieren kannst. Dies sorgt für Wohlwollen 🙂

Wie auch immer – wir beide wissen, dass es mit dem Lesen eines einfachen Artikels über das richtige Verhalten während der mündlichen Pürfung nicht getan ist.

Es ist gut und wichtig, dass du die Hintergründe kennst, aber nun musst du sie in dein Prüfungsverhalten integrieren und umsetzen.

Von herausragender Bedeutung ist dabei, dass du die mündliche Prüfung fachlich und aus verhaltensbiologischer Sicht immer wieder trainieren/ simulieren musst … am besten mit jemanden, der sie auch schon erlebt hat und kompetente Fragen stellen kann 😉

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Ich freue mich darauf, dich schon bald persönlich beraten zu dürfen!

 

Dr. rer. nat. M. Dittmer

Expertin für erfolgreiches Lernen und Prüfungsvorbereitung

 

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